San Marino.

Die Republik San Marino ist der drittkleinste Staat Europas. Idyllisch gelegen in ca. 24 km Entfernung von Rimini befindet sich die älteste Republik der Welt auf dem Felskamm Felskamm Monte Titano in 756 m Höhe (unabhängig seit 301 n. Chr.).

Die Republik San Marino (Repubblica di San Marino) ist der drittkleinste Staat Europas nach Monaco und dem Heiligen Stuhl. Am ehesten verbindet man mit dem Namen wohl Motorsportevents, so etwa den Großen Preis von San Marino der Formel 1, der von 1981 bis 2006 im italienischen Imola ausgetragen wurde. Über den Staat selbst ist hierzulande wenig bekannt, was jedoch bei ca. 30.000 Einwohnern und einem Staatsgebiet von etwas mehr als 60 Quadratkilometern nicht weiter verwundert. Sein Name fällt meist im Zusammenhang mit den Fürstentümern Monaco, Liechtenstein und Andorra. Man könnte seine Existenz also despektierlich einer „Macke der Geschichte“ zuschreiben, dass er nämlich bei den großen Neuordnungen wie etwa dem Wiener Kongress schlicht vergessen worden sei.

Abraham Lincoln. Napoleon Bonaparte.

Trotzdem übt dieser Zwergstaat seit jeder eine merkwürdige Faszination aus. Schon Abraham Lincoln schrieb an die Regierenden Kapitäne (Capitani Reggenti): „Although your dominion is small your state is nevertheless one of the most honored in all history.“ Zuvor hatte schon Napoleon im Zuge seines Italienfeldzuges eine Garantieerklärung für die Unabhängigkeit San Marinos abgegeben. Beiden haben die San-Marinesen ein Denkmal gesetzt. Der Ausspruch Lincolns findet sich graviert unter einer Büste des Ehrenbürgers im Regierungspalast (Palazzo Pubblico). Von Bonaparte ist das Dekret überliefert, welches San Marino von Steuerzahlungen befreit.

Libertà. Freiheit.

Die zugrunde liegende Ursache der Verehrung ist offensichtlich in der Anerkennung der ältesten Republik der Welt. Auch dieses historische Faktum wird von den San-Marinesen nicht unterschlagen, sondern dem Betrachter in vielfältiger Hinsicht subtil vermittelt. Schon bei der Einreise über die Schnellstraße aus Rimini in die Enklave empfängt den Besucher der Willkommensgruß „Willkommen im antiken Land der Freiheit“ (Benvenuti nell'antica Terra della libertà). Die Republik führt den Beinamen „La Serenissima“ – zu Deutsch „die älteste“. Zeitangaben von Behörden wie sie etwa auf Schriftstücken angegeben werden, geben neben der uns bekannten Zeitrechnung nach Christi Geburt auch die Zeitrechnung in Jahren seit Gründung der Republik (dalla fondazione della Repubblica, d.F.R.) am 3. September 301 an. Als Republikaner gewährte man auch Giuseppe Garibaldi, dem Freiheitskämpfer des italienischen Risorgimento, nach der Niederwerfung der Revolutionen von 1848/49 Zuflucht und verlieh ihm die san-marinesische Staatsbürgerschaft.

Willkommensgruss in Serravalle

Geschichte.

Die lange Geschichte San Marinos lässt in folgende Eckpunkte untergliedern.

3.9.301: Gründung der Stadt San Marino durch den heiligen Marinus, einem von der Insel Rab geflüchteten Steinmetz.

1291: Anerkennung der Unabhängigkeit durch den Vatikan unter päpstlichen Protektorat.

1463: Eingliederung der Schlossbezirke Fiorentino, Montegiardino und Serravalle.

1464: Freiwillige Eingliederung von Faetano.

1503: Der Monte Titano wird durch Cesare Borgia für sechs Monate besetzt.

1503-1631: San Marino steht unter dem Schutz der Herzöge von Urbino.

1739-5.2.1740: Besetzung durch den Kardinal Giulio Alberoni. Der Tag der Befreiung am 5. Februar wird der Heiligen Agathe geweiht und ist seitdem staatlicher Feiertag.

1797-1814: Gaspare Monge, Gesandter Napoleons, wird in der Stadt empfangen und bietet eine Vergrößerung des Staatsgebiets an.

1815: Der Wiener Kongress bestätigt die Unabhängigkeit San Marinos.

1845-1849: Während des italienischen Risorgimentos gewährt San Marino den Freiheitskämpfern - unter ihnen auch Giuseppe Garibaldi - Zuflucht.

1861: Giuseppe Garibaldi wird Staatsbürger, Abraham Lincoln Ehrenbürger von San Marino.

22.3.1862: Das neue Königreich Italien schließt mit der Republik eine Handelskonvention ab, mit der die Unabhängigkeit bestätigt wird.

26.6.1944: Trotz der Neutralität San Marinos wurde das Land irrtümlicherweise von den Briten bombardiert; dabei starben 60 Personen.

1.10.1995: Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland.

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